Berliner oder „Wüstensohn“
1999 – 2002 | Malerei & Grafik
Mein Onkel Werner Levy (*1913) stammte aus einer seit 500 Jahren in Berlin sesshaft gebliebenen Familie. Als Jude exmatrikulierten ihn die Nazis 1933 von der juristischen Fakultät der Humboldt Universität und verboten ihm auch die Benutzung der Parkbänke seiner Stadt …
Es gelang ihm gerade noch rechtzeitig nach Chile auszuwandern. 1952 kehrte er trotzdem wieder nach Berlin zurück, da er sich immer noch als „alter Preusse“ nach seiner Heimat sehnte.
Wenige seiner Verwandten und Freunde lebten inzwischen in Israel. Zu Besuch dort gefiehl es ihm gar nicht, da er die Berliner mitten im heißen Klima, weiterhin umgeben von Ihren alten, dunklen Möbeln wie gewohnt Schnitzel essen sah. Sie erschienen ihm wie in eine allzu fremde Welt verpflanzt…
Wäre er damals reich genug gewesen, vertraute er mir an, wäre er liebend gerne sofort wieder zurückgeflogen.
Ich wollte den alten Werner auf meine Weise in lebendiger Erinnerung behalten: Deshalb verlieh ich ihm den Titel „Wüstensohn“ und imaginierte Ihn in die Weite der Negev-Wüste.
Da diese Zusammenhänge allerdings meine Vorstellungskraft schnell überstiegen, blieben die Skizzen seit 1999 in der Schublade.






